Ordnung kommt vor der Liebe – warum Ordnung in der Familie ein Muss ist

Wir werden in unsere Familie hineingeboren und sind ihr mindestens bis zu unserem 18. Lebensjahr ausgeliefert. Das klingt dramatisch. Ist es oftmals auch, wenn man bedenkt, wie vielen jungen Menschen es heute schlecht geht. Süchte, Motivationslosigkeit, ständig scheiternde Beziehungen, Depressionen, Suizide. Diese Konsequenzen sind in den letzten Jahren stetig an Anzahl gewachsen.

Warum?

Einige Antworten liefert das Familienstellen, eine phänomenologische Therapieform. Also eine Therapieform, die nicht auf einer von uns Menschen fassbaren Logik zu greifen ist – sondern weit darüber hinausgeht. 

„Die Logik folgt anderen Gesetzen als die Seele oder die Wirklichkeit. Du siehst, was wahr ist, an der Wirkung.“ (Bert Hellinger)

Das Familienstellen hat ihren Fokus auf eine heilende, positive Wirkung für den Klienten oder die Klientin. Und diese Wirkung wird vor allem mittels zwei Schritten vollzogen:

  1. Die Unordnung und deren Ursachen in der Familie aufdecken
  2. Die Ordnung wiederherstellen

Denn: Ordnung kommt vor der Liebe.

Was heisst Ordnung?

Bevor wir dies beantworten, bitten wir Dich ein Blatt Papier und einen Stift zu nehmen und Deine Herkunftsfamilie aufzuzeichnen. Du machst Punkte oder Strichmännchen für jeden von ihnen (Vater, Mutter, Geschwister, Dich selbst) und platzierst sie so, wie sie für Dich in der Rangordnung oder Beziehung zueinander stehen.

Und jetzt vergleiche Deine Aufzeichnung mit folgender Familienaufstellung. In dieser stehen alle Familienmitglieder in richtiger, gesunder Ordnung zueinander:

Dein Vater und Deine Mutter stehen nebeneinander. Sie sind gleichwertige Personen, die sich gegenseitig achten und ehren.

Ihnen gegenüber stehen Du und Deine Geschwister. Auch unter den Geschwistern ist die Reihenfolge zu wahren (das Älteste zuerst, dann das Jüngere, dann das Jüngste).

Aber keine Panik, wenn Deine Ordnung mit der oben aufgelisteten nicht übereinstimmt. Siehst du frappante Unterschiede, ist das ein Zeichen, dass etwas in der Ordnung bei euch nicht mehr stimmt. Aber jedes Chaos ist in Ordnung zu bringen und jedes Problem ist zu lösen.

Erstes Beispiel: Ungleichgewicht zwischen Eltern und Kind

Wir möchten Dir in diesem Abschnitt erklären, warum die Eltern den Kindern gegenüber stehen müssen: Die Eltern sind die Grossen, die Kinder sind nur die Kleinen. In diesem Punkt findet man in den meisten Familien eine grosse Unordnung. 

Wir stellen Dir noch ein paar Fragen dazu: 

Kritisierst Du deine Eltern oft (direkt oder in Gedanken)?
Möchtest Du deine Mutter oder Deinen Vater verändern?
Hast Du den Kontakt mit ihnen abgebrochen?

Findest Du auf eine oder mehrere dieser drei Fragen ein Ja in Dir, dann ist die Ordnung durcheinander geraten. Und das schwächt Dich. Weil: Wir haben je 50% Vater und 50% Mutter in uns. Wenn eine Unordnung da ist, schneidest Du Dich automatisch von diesen 50% Lebenskraft ab, die von deinen Eltern (unbewusst) zu dir fliesst. Das kann dann Motivations- und Antriebslosigkeit, Krankheiten und Süchte auslösen. 

Was hier zu beachten ist, ist für manche von uns sehr schwer zu verstehen. Manchmal sind schlimme Dinge zwischen unseren Eltern und uns Kindern geschehen. Manchmal fragt man sich, warum sie uns dies und jenes angetan haben. Trotzdem: Nur dank ihnen sind wir am Leben. Und as Leben ist das grösste Geschenk, das man einem Menschen übergeben kann. Nimmst Du dieses Geschenk nicht an, schneidest Du dir selbst einen grossen Teil an Lebensenergie ab. Ein Heilsatz dazu ist: Du bist der Grosse, ich bin nur der Kleine. Danke für das Leben, das Du mir geschenkt hast.

Zweites Beispiel: Die einfache Verstrickung

Eine Verstrickung ist ebenfalls eine der Folgen einer Unordnung in der Familie. Diese kann bis zu sieben Generationen in die Vergangenheit zurückgreifen. Ein Beispiel: Ein Kind wird krank. In der Familienaufstellung erkennt man, dass die Krankheit nicht zum Kind gehört, sondern zu dessen Urgrossvater. Der Ältere erkrankte vor Jahren, starb vielleicht auch daran. Der Urgrossvater kannte das Kind vielleicht nicht einmal persönlich – trotzdem hat das Kind die Krankheit aus Liebe auf sich genommen und ist jetzt wieder daran erkrankt. Das ist ein häufiger Liebesakt der Kinder für ihre Vorfahren und Eltern.

Hier wäre also diese Verstrickung zwischen Urgrossvater und Kind aufzulösen. Das kann der Urgrossvater, indem er seine Krankheit wieder zu sich zurücknimmt, also die volle Verantwortung dafür trägt. Und das Kind kann sie ihm wieder zurückgeben, indem es sich als den Kleinen ansieht, der dem Grossen (Urgrossvater) keine solche Last abnehmen kann.  Auch hier wieder ein Heilsatz: Ich habe für Dich getragen, jetzt gebe ich es dir gerne wieder zurück. Du bist der Grosse, ich bin nur der Kleine. Das gilt ebenso, wenn das Kind mittlerweile erwachsen ist. Denn jeder ist sein Leben lang irgendwessem Kind, Enkelkind, Urenkelkind, …

Das Familienstellen ermöglicht es uns Ursachen von Problemen und Krankheiten aufzudecken, die sonst im Verborgenen bleiben würden. Dies waren nur zwei Beispiele von hunderten Möglichkeiten einer sich manifestierenden Unordnung in einer Familie.

Wir hoffen, Dir durch diese zwei Beispiele aufgezeigt zu haben, warum es so wichtig ist, die Ordnung in der Familie zu wahren oder wiederherzustellen. Wir von HAMAH bieten Familienstellen nach dem Gründervater Bert Hellinger an. 

 

Möchtest Du ein Familienstellen machen, findest Du Daten und Kontaktdaten unter Therapien